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Rente - Was Ist das ?  |  Rechtsänderungen  |  Rechtsprechung


jeder monat zählt !


 

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ist ein Bereich unseres Sozialversicherungssystems, der vorwiegend der Altersvorsorge von (geringfügig entlohnten) beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dient. Pflichtversicherte und ihre Hinterbliebenen haben Anspruch auf eine Rente, wenn die für die jeweilige Rente erforderliche Mindestversicherungszeit (Wartezeit) erfüllt ist und die jeweiligen besonderen versicherungsrechtlichen und persönlichen Voraussetzungen vorliegen (Rentenanspruch). Neben den Beschäftigten sind in der Rentenversicherung weitere Personen pflichtversichert. Auch eine freiwillige Versicherung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Neben den Altersrenten werden Renten bei verminderter Erwerbsfähigkeit und Hinterbliebenenrenten sowie Leistungen zur Rehabilitation erbracht.
(Quelle: WIKIPEDIA;, Gesetzliche Rentenversicherung (Deutschland), https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Rentenversicherung_(Deutschland), abgerufen am 29.01.2017)

Träger der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland ist die Deutsche Rentenversicherung. Ab wann und wieviel Rente Sie bekommen, wird aus den in Ihrem Leben zurückgelegten, sogenannten rentenrechtlichen Zeiten ermittelt (Versicherungsverlauf). Dabei werden für deren richtige Berechnung nicht nur personenbezogene Daten, sondern auch eine vollständige Aufstellung über geleistete Beiträge (aus Arbeitsverdiensten oder freiwilligen Zahlungen) benötigt. Auch Zeiten ohne Beitragszahlung (z. B. Schulbesuch oder Arbeitslosigkeit) können die Rente verbessern.

 

Für eine Überprüfung des Versicherungsverlaufs sind deshalb Ihre eigenen Unterlagen (Beitragsbescheinigungen, Entgeltnachweise usw.) besonders wichtig!

Auch wenn die rente noch weit weg ist !


 Sind Sie vom Rentenalter noch weit entfernt und

 

  • Mini- oder Midijobber/in,
  • Studierende/r,
  • Bezieher/in von Entgeltersatzleistungen,
  • Pflegeperson,
  • Mutter oder Vater,
  • in Altersteilzeitarbeit,
  • während der Rente Beschäftigte/r oder
  • selbständig oder sind Sie
  • von der Versicherungspflicht befreit,

dann unterscheiden Sie sich von den übrigen Beschäftigten und dürften in jedem Fall spezielle Informationen zu Ihrer rentenrechtlichen Behandlung benötigen. Hier gibt es frühzeitig einiges zu beachten!

 

Beispielsweise, wenn es um Versicherungsfreiheit wegen einer kurzfristigen oder geringfügigen entlohnten Beschäftigung oder um eine freiwillige Versicherung und/oder um die Nachzahlung von freiwilligen Beiträgen geht.

Oder etwa, wenn Sie schon daran gedacht haben, über die gesetzliche Rente hinaus für das Alter vorsorgen zu wollen, aber unsicher sind, ob Sie sich für eine

 

  • betriebliche zusätzliche Altersvorsorge oder
  • private zusätzliche Altersvorsorge

(in beiden Fällen staatlich geförderte) entscheiden sollen.


rente in Sicht !


Haben Sie als Versicherte/r schon eine oder mehrere Renteninformationen bekommen, dann haben Sie die Klärung Ihres Versicherungskontos bereits erfolgreich hinter sich gebracht und zusammen mit der Wartezeitauskunft zuvor auch einen Versicherungsverlauf erhalten. Sofern Sie an dessen Vollständigkeit keine Zweifel hatten, können Sie in der jährlichen Renteninformation lesen, wie hoch unter Berücksichtigung des geltenden Rentenrechts und der für Sie bei der Rentenversicherung gespeicherten Daten zum einen Ihre monatliche Rente bei voller Erwerbsminderung wäre und zum anderen welcher monatlichen Rente ihre bislang erreichte Rentenanwartschaft entspräche.

 

Alles ganz einfach, es ist ja noch nicht soweit! - Alles ganz einfach?

 

Wohl kaum, denn um die Zahlen nachvollziehen zu können, müssten Sie nachsehen, wie viele Beiträge die Rentenversicherung bisher für Ihr Rentenkonto erhalten hat und die Grundlagen der Rentenberechnung beherrschen. dazu müssten Sie den aktuellen Rentenwert kennen, wissen, was Entgeltpunkte sind und wie sich diese ermitteln lassen, und benötigten erst einmal einen aktuellen Versicherungsverlauf. Außerdem sollten Sie sich mit Rentenanpassung, Kaufkraft und Inflation befassen und dürften gegebenenfalls einen zusätzlichen Vorsorgebedarf zur Schließung einer möglichen Versorgungslücke nicht außer Acht lassen.

 

Besonders dann, wenn Sie vielleicht vorzeitig in Rente gehen wollen (oder sollen) und geklärt haben möchten, ob dies zu Abschlägen führen kann. Aber auch, falls Sie Ihre Regelaltersrente erst später als vorgesehen in Anspruch nehmen wollen, um Zuschläge zu erzielen.

wird die rente reichen ?


Ist Ihnen als Versichertem/er ein Rentenbescheid zugegangen oder erhalten Sie als Rentner/in schon eine monatliche Rente, dann haben Sie zuvor bereits erfolgreich einen Rentenantrag gestellt. Sofern Sie an dessen Richtigkeit keine Zweifel haben oder hatten, können Sie zufrieden sein.

 

Alles in Ordnung! - Alles in Ordnung?

 

Vermutlich nicht, denn spätestens jetzt, wenn Rente und Gesundheit aktuelle Themen sind, wollen Sie wissen, ob Ihre zu erwartende Rente hinsichtlich Beginn und Auszahlungszeitpunkt richtig berechnet worden ist, ob von der Rente Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie gegebenenfalls Steuern zu zahlen sind, ab wann und wie viel Sie hinzuverdienen dürfen oder ob Sie womöglich zusätzlich Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung beantragen müssen oder mit Wohngeld zurechtkommen können.


fragen über fragen !


mit denen sie Häufig allein gelassen sind !


Dabei geht es gar nicht immer nur um Altersrenten, also um

 

und um Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, auch Erwerbsminderungsrenten genannt, also um

 

  • Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung,
  • Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit,
  • Rente wegen voller Erwerbsminderung und
  • Rente wegen voller Erwerbsminderung für behinderte Menschen.

Auch Hinterbliebenenrenten (Renten wegen Todes), also

 

  • Witwen- und Witwerrente,
  • Waisenrente und
  • Erziehungsrente,

werfen bei den Betroffenen ebenso zahlreiche Fragen auf, nicht zuletzt, wenn Ehe- bzw. Lebenspartner statt einer Hinterbliebenenversorgung das Rentensplitting gewählt haben.


Muss ich Steuern zahlen ?


Am 1. Januar 2005 ist das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) in Kraft getreten (Rentensteuer). Seitdem müssen Sie als Rentner eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn Sie vom  Finanzamt dazu aufgefordert werden und Ihre jährlichen Einnahmen über dem sog. Grundfreibetrag liegen. In welchem Umfang Ihre Rente versteuert wird, hängt vom Jahr Ihres Renteneintritts ab:

  • Sind Sie 2005 und früher in Rente gegangen,
    müssen Sie 50 %  der Rente versteuern,
  • ab 2017 sind 74 %
  • ab 2018 sind 76 % und
  • ab 2040 sind dann 100 % zu versteuern.

Der sog. Rentenfreibetrag - also der Teil der Rente, der nicht versteuert werden muss  - beträgt somit in diesem Jahr 24 %  und bleibt in der Zukunft unverändert ...

Die Flexirente


Das „Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation im Erwerbsleben“ (Flexirentengesetz) ist am 1. Juli 2017 in Kraft getreten. Ziel ist es, den Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand flexibler zu gestalten und gleichzeitig die Attraktivität für ein Weiterarbeiten über die reguläre Altersgrenze hinaus zu erhöhen. Nach Erreichen der Regelaltersgrenze soll sich ein Weiterarbeiten neben der Rente auf Antrag rentensteigernd auswirken. Das Alter, in dem Sondereinzahlungen zum Ausgleich von Abschlägen vorgenommen werden können, ist vom 55. auf das 50. Lebensjahr reduziert worden. Diese Regelung ist ebenfalls am 1. Juli 2017 in Kraft getreten...

(Quelle: Deutsche Rentenversicherung Bund, Die Flexirente, http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/5_Services/01_kontakt_und_beratung/02_beratung/03_haeufige_fragen/12_flexirente_node.html, zuletzt abgerufen am 12.10.2017)

Die Publikation der Deutschen Rentenversicherung können Sie

Titelbild des Faltblatts Flexirente: Das ist neu für Sie

HIER nachlesen oder als BROSCHÜRE BESTELLEN.

… Durch die Flexirente ändern sich auch die bisherigen Hinzuverdienstgrenzen, die von Versicherten beachtet werden müssen. Nach einer Erhöhung der Hinzuverdienstgrenzen aufgrund der Anpassung der Bezugsgröße zum 1. Januar 2017 galt noch bis Juni 2017 das alte Recht, jedoch ist am 1. Juli 2017 der § 96a SGB VI in Kraft getreten, der die Hinzuverdienstgrenzen komplett neu regelt … insbesondere, wenn Sie zu Ihrer Erwerbsminderungsrente hinzuverdienen wollen, erfahren Sie HIER mehr.

Rentenangleichung von ost und west


Die Bundesregierung hat die Anhebung der Rentenwerte im Osten auf Westniveau beschlossen. Das Kabinett hat einen entsprechenden Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Andrea Nahles gebilligt. Von Juli 2018 an sollen die Ostrenten in 7 Schritten angehoben werden und so bis 2025 das Westniveau erreichen ... 

Die Renten sind zum 1. Juli 2017 in den neuen Bundesländern um 3,59 % und in den alten Bundesländern um 1,9 % gestiegen.

 

Der aktuelle Rentenwert (Ost) erhöhte sich dadurch in den neuen Bundesländern von 28,66 Euro auf 29,69 Euro. In den alten Bundesländern stieg der Rentenwert (West) von 30,45 Euro auf 31,03 Euro. Damit beträgt der Rentenwert in den neuen Bundesländern derzeit 95,7 % des Westwerts (bisher 94,1 %).

 

Wenn zum 1. Juli dieses Jahres (2018) die nächste Rentenerhöhung ansteht, werden die Renten laut Bundesminister Hubertus Heil in den alten Bundesländern vermutlich um 3,22 %, in den neuen Bundesländern wahrscheinlich sogar um 3,37 % steigen. Die Renten in den neuen Bundesländern erreichen dann ein Niveau von 95;8 % des Westwerts. 

 

Weitere Informationen der Deutschen Rentenversicherung zur "Rentenanpassung 2017 und 2018" finden Sie


Die Pflegerform


Ab 1. Januar 2017 werden die Pflegestufe „0“ und die bisher gesetzlich definierten Pflegestufen 1, 2 und 3 durch die

  • Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 (NEU!)

ersetzt. Die damit verbundenen Änderungen treten im Rahmen des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) in Kraft und sollen vor allem demenzkranken Älteren die gleichen Pflegeleistungen zusichern wie körperlich Pflegebedürftigen.

 

Danach werden Pflegebedürftige und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz wie Demenzkranke, längerfristig psychisch Erkrankte oder geistig Behinderte jetzt je nach ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit eingestuft ...

Patientenverfügung / Vorsorgevollmacht


Wenn Sie nicht möchten, dass Ärzte oder vom Betreuungsgericht bestimmte fremde Personen im Fall einer schweren Erkrankung über Ihr Schicksal bzw. über sog. lebensverlängernde Maßnahmen entscheiden, ist es sinnvoll eine umfassende Patientenverfügung (ohne Bevollmächtigten) zu verfassen und zusammen mit der Patientenverfügung eine Vorsorgevollmacht (für einen Bevollmächtigten) zu erstellen. Im Zusammenhang damit wurde bislang gerne empfohlen, zusätzlich die persönlichen Wertvorstellungen und Einstellungen zum eigenen Leben und Sterben sowie religiöse Anschaungen schriftlich niederzulegen, um ggf. als Ergänzung und Auslegungshilfe der Patientenverfügung dienen zu können.

 

Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH, Beschluss vom 06.07.2016 - XII ZB 61/16; Pressemitteilung Nr. 136/2016 vom 09.08.2016) zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten, die einige Verwirrung ausgelöst und für Unklarheit gesorgt hatte, fragen sich noch immer Betroffene, "Muss ich meine Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht ändern?" - Tatsächlich erklärte der BGH quasi alle entsprechenden Verfügungen und Vollmachten für wirkungslos, die unpräzise Festlegungen zu Umfang und Grenzen lebensverlängernder Maßnahmen beinhalten; bindend für Dritte seien die Festlegungen nur dann, wenn einzelne ärztliche Maßnahmen konkret genannt oder Krankheiten und Behandlungssituationen klar genug beschrieben würden.


Neue Frist für die Steuererklärung


Ab dem kommenden Jahr gilt eine neue Frist für die Steuererklärung. Sie muss dann erst bis zum 31. Juli des Folgejahres (für die Steuererklärung 2018 also bis zum 31. Juli 2019) beim Finanzamt eingehen.


Fremdrente?


In der Vergangenheit sind seit Ende des 2. Weltkriegs viele Deutschstämmige aus Osteuropa als Vertriebene, als Spätaussiedler, als frühere deutsche Staatsangehörige oder als heimatlose Ausländer nach Deutschland gezogen.

 

Angehörigen dieser Personengruppen aber auch Hinterbliebenen  dieser Personengruppen steht im Alter, bei Erwerbsminderung oder im Falle ihres Todes deren Familie trotzdem eine Rente zu, auch wenn in Deutschland vielleicht nur wenige Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt wurden.

 

Solche Rentenansprüche sind im sog. Fremdrentengesetz (FRG) geregelt. Die entsprechende Publikation der Deutschen Rentenversicherung können Sie HIER nachlesen!

 


Rente ... aus dem Ausland / ... ins Ausland ?


 

Rente weltweit ...

... bei gewöhnlichem Aufenthalt in und außerhalb der EU

 

... bei Staatsangehörigen eines Abkommenstaates aufgrund

    zweiseitiger Sozialversicherungsabkommen

 

... bei Deutschen nicht gleichgestellten Ausländern

 

 

Hier erhalten Sie einen Überblick, ob und in welcher Höhe die deutsche Rente ins Ausland gezahlt werden kann und was bei Zahlungen aus dem Ausland zu beachten ist.

 

 

Weitere Informationen zur Rentenbeantragung, zu benötigten Unterlagen, zum unterschiedlichen Renteneintrittsalter, zur Rentenberechnung, zur Auszahlung der Rente sowie zu Invaliditäts- und Hinterbliebenenrenten erhalten Sie


Witwen- und Witwerrente:



 

Verstirbt Ihr/e Ehe- oder Lebenspartner/in, erhalten Sie bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen auf Antrag eine gesetzliche Rente wegen Todes, die Ihnen helfen soll, Ihren Lebensunterhalt zu sichern. Die Witwen- bzw. Witwerrente soll nämlich diejenigen vor Bedürftigkeit schützen, die während der gemeinsamen Ehezeit gar nicht oder nur kurze Zeit gearbeitet haben und dazu beigetragen, dass der Lebensstandard möglichst aufrecht erhalten werden kann. Sind allerdings höhere eigene Einkünfte aus einem Beschäftigungsverhältnis, aus Kapitalvermögen, aus Vermietung etc. oder aus einer eigenen Rente vorhanden, können Witwen- und Witwerrenten gekürzt werden, nicht jedoch im sog. Sterbevierteljahr.

 

Große Witwen- bzw. Witwerrente

 

Bei Ehen, die nach dem 1. Januar 2002 geschlossen wurden, beträgt der Satz der großen Witwen- bzw. Witwerrente nach neuem Recht 55 % der monatlichen Auszahlung aus der gesetzlichen Rentenversicherung, auf die der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes Anspruch hatte. Anders ist es bei Ehen, die vor dem Jahr 2002 geschlossen wurden und bei Ehepartnern, die vor dem 2. Januar 1962 geboren wurden. In diesem Fall beträgt die Witwenrente nach altem Recht 60 % des Betrags, den die Versicherung der oder dem verstorbenen Partner zum Todeszeitpunkt gezahlt hätte. Die große Witwenrente wird bis zum Tod der oder des Hinterbliebenen bezahlt.

 

Kleine Witwen- bzw. Witwerrente

 

Wer die Voraussetzungen für die große Witwen- bzw. Witwerrente nicht erfüllt, kann die kleine Witwen- bzw. Witwerrente beantragen. Sie beläuft sich auf 25 % der Rente der oder des Verstorbenen. Im Gegensatz zur großen Witwen- bzw. Witwerrente wird die kleine Witwen- bzw. Witwerrente nicht bis zum Lebensende ausgezahlt, sondern in der Regel nur noch 2 Jahre nach dem Tod des Versicherten gezahlt. Eine Ausnahmeregelung gilt wieder für vor dem Jahr 2002 geschlossene Ehen oder bei vor dem 2. Januar 1962 geborenen Ehepartnern. Diese erhalten die anteilige Witwenrente nach altem Recht bis zum Ende ihres Lebens.

Was Wird angerechnet?


Anrechnung oberhalb des Freibetrags!

 

Bei gleichzeitigem Bezug einer Hinterbliebenenrente und einer eigenen Rente fällt die Höhe Ihrer Witwen- bzw. Witwerrente wahrscheinlich geringer aus. Der Grund dafür ist, dass Ihre eigene Rente als Einkommen mindernd angerechnet werden kann, damit es nicht zu Doppelleistungen kommt.

 

Ihre Rente wird dann auf Ihre Witwen- bzw. Witwerrente angerechnet, wenn sie einen bestimmten Freibetrag übersteigt. Freilich nicht vollständig, denn mindernd angerechnet wird nur das berücksichtigungsfähige (Netto-) Einkommen, das den festgelegten Freibetrag übersteigt.

 

 Dieser Freibetrag wird abhängig vom jeweils maßgebenden aktuellen Rentenwert - momentan 31,03 Euro (West) bzw. 29,69 Euro (Ost) - bestimmt und ändert sich damit dynamisch zum 1. Juli jeden Jahres. Er beträgt das 26,4-fache des jeweiligen aktuellen Rentenwerts und liegt seit dem 01. Juli 2017

  • bei 819,19 Euro in den alten und
  • bei 783,82 Euro in den neuen Bundesländern.

 Für jedes Kind, dass die persönlichen Voraussetzungen einer Waisenrente erfüllt, erhöht sich der Freibetrag nochmal um das 5,6-fache des jeweiligen aktuellen Rentenwerts West bzw. Ost.

 

Für die Berechnung ist bei einer anzurechnenden eigenen Rente also auch die „Nettorente“ maßgeblich. Das ist der Rentenbetrag, der in Ihrem Rentenbescheid nach Abzug der Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ausgewiesen ist. Allein von diesem Betrag wird nach weiterem Abzug eines Steuerpauschbetrags von 3 % der Freibetrag abgezogen.

 

Erst die sich daraus ergebende Differenz wird zu 40 % auf Ihre Witwen- bzw. Witwerrente angerechnet.

 

Erziehungsrente?

 

Zusätzlich zu berücksichtigen müssen Sie gegebenenfalls die seit Juli 2014 neue sog. Mütterrente für Erziehungszeiten bei Kindern, die vor 1992 geboren wurden (Erziehungsrente). Betroffene Mütter und Väter bekommen je ein zusätzliches Jahr anerkannt, was deren eigene Rente und damit die anzurechnenden Beträge oberhalb des Freibetrages erhöht.

 

Käme es in dem Fall der Anrechnung bei der eigenen Rente zu einem höheren Abzug, würde sich für den Fall, dass Ihr/e verstorbene/r Ehe- oder Lebenspartner/in eine Erziehungsrente bezogen hat, Ihre Witwen- bzw. Witwerrente erhöhen.

 

Ausnahmen bei staatlich geförderter Altersvorsorge!

 

Vom Grundsatz der Anrechnung gibt es aber zwei Ausnahmen. Ausgenommen sind eine staatlich geförderte

  • private zusätzliche Altersvorsorge (Riesterrente) oder
  • betriebliche zusätzliche Altersvorsorge.

 Alle anderen Betriebsrenten dagegen schmälern Ihre Witwen- und Witwerrenten. Daran ändert auch eine vereinbarte Einmalzahlung nichts, denn diese wird fiktiv angerechnet, so als würde Ihnen eine monatliche Rente gezahlt.

 

 


Rückkehr in die GKV / KVdR


Mit Wirkung vom 1. August 2017 wurden die Modalitäten für die Berechnung der Vorversicherungszeiten (VVZ) in der gesetzlichen Krankenversicherung (SGB V - GKV -) gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 11 und Abs. 2 SGB V für die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) geändert. Nunmehr werden pauschal für jedes Kind drei Jahre VVZ für die KVdR berücksichtigt. Die neue Regelung ist interessant für alle, die eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen und entweder

  • freiwillig versichert
  • pflichtversichert gemäß § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V
    (mit zu zahlendem Auffüllbeitrag)
  • privat versichert oder gar nicht versichert (§ 264-Fälle).

sind. Bei Erfüllung der Voraussetzungen beginnt die KVdR ab dem 1. August 2017. Eine private Krankenversicherung (PKV) kann vom Versicherungsnehmer nach § 205 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) gekündigt werden; eine freiwillige Krankenversicherung dagegen wird gemäß  § 191 SGB V von der KVdR verdrängt, ohne dass er einer Kündiguing bedarf.

Die Gesetzesänderung führt voraussichtlich in vielen Fällen zum Zugang zur KVdR, die bis zu einer Rentenhöhe von knapp 1.000 Euro günstiger ist als die freiwillige KV und als der PKV-Basistarif.


(*boerse.ard.de: "Der Auftraggeber der Studie, Union Investment, ist Teil der "Genossenschaftlichen FinanzGruppe", zu der neben den Volks- und Raiffeisenbanken auch die R&V-Versicherung sowie der Bauspar-Anbieter "Schwäbisch Hall" gehören. Union Investment bietet diverse Produkte zur privaten Altersvorsorge an und verdient damit Geld."), abgerufen am 11.10.2017

Jüngeren droht Rentenlücke!


Während die heute 50- bis 65-Jährigen noch mit einer Ersatzquote von 64,1 % rechnen und so ihren Lebensstandard im Alter weitgehend sichern können, werden die heute 35- bis 49-Jährigen vermutlich nur noch eine durchschnittliche Quote von 43,2 % erreichen. Wer heute 20 bis 34 Jahre alt ist und nur über die gesetzliche Rentenversicherung fürs Alter vorsorgt, verfügt zu Rentenbeginn über noch weniger: Wahrscheinlich nur noch über 38,6 % des letzten Bruttoeinkommens. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls der

 

VORSORGEATLAS DEUTSCHLAND 2017“,

 

der ein ausführliches Bild vom zukünftigen Stand der Altersvorsorge der 20- bis 65-Jährigen in Deutschland über die nächsten Jahrzehnte zeichnet. Als Gradmesser für die Frage, ob das jeweilige Alterseinkommen ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard aufrechtzuerhalten, wurde im Rahmen der aktuellen Studie* von Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen und seinem Team vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg der Wert von 60 % des letzten Bruttoeinkommens verwendet.


das ändert sich in diesem Jahr!


  • BEITRAGSSATZ SINKT!

 Ab 1. Januar 2018 sinkt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rente geringfügig um 0,1 % von 18,7 % auf 18,6 %.

 

  • RENTE STEIGT!

Laut Bundessozialminister Hubertus Heil werden die Renten zum 1. Juli 2018  im Westen  um 3,22 %, im Osten sogar um 3,37 % steigen (s. o. "Rentenangleichung von Ost und West").

 

  • BETRIEBSRENTE "FÜR ALLE" KOMMT!

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) ist zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Mit dem Gesetz wird auch mittleren und kleinen Unternehmen die Möglichkeit gegeben, mit Gewerkschaften eine Befreiung von der Garantiehaftung auszuhandeln. Dadurch ist ab sofort eine betriebliche Altersversorgung (bAV) auch als Tarifrente ohne Garantien möglich.

Allerdings stehen Arbeitgeber nur noch für eine sog. Zielrente, eine vorab definierte Betriebsrente entsprechend der eingebrachten Beiträge ein, nicht aber für deren Rendite. Wenn Arbeitgeber ihren Beschäftigten mit einem monatlichen Entgelt von weniger als 2.200 Euro brutto (Geringverdienergrenze) eine Betriebsrente anbieten und für sie jährlich Beiträge zwischen 240 bis 480 Euro zahlen, erhalten sie u. a. einen Steuerzuschuss von 30 %. Die Neuregelung, auch Nahles-Rente genannt, soll sog. Geringverdienern zu einer zusätzlichen bAV verhelfen.

 

  • WENIGER ANRECHNUNG BEI DER GRUNDSICHERUNG!

Die vollständige Anrechnung von Einkommen aus Betriebsrenten und/oder Riester-Renten auf Leistungen nach dem 4. Kapitel Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch (SGB XII) - Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung - entfällt. § 82 Abs. 4 SGB XII sieht jetzt einen Grundabsetzungsbetrag von 100 Euro monatlich und die Möglichkeit vor, weitere 30 % des diesen Betrag übersteigenden Einkommens aus einer zusätzlichen Altersversorgung abzusetzen, höchstens jedoch 50 % der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28. Entsprechendes Einkommen bleibt damit in diesem Jahr bis zu einem Höchstbetrag von 208 Euro anrechnungsfrei.

 

  • EM-RENTEN WERDEN SCHRITTWEISE ANGEHOBEN!

Zur Berechnung von Erwerbsminderungsrenten wurden Antragsteller bisher so gestellt, als seien sie mit den bis zum Eintritt ihrer Erwerbsminderung durchschnittlich erworbenen Entgeltpunkten bis zum Erreichen des 62. Lebensjahres weiterhin sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Bis 2024 soll diese Grenze nun schrittweise auf das Erreichen des 65. Lebensjahres angehoben werden.